18.06.2010
(Berlin, 18.06.10) Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) sieht Familien in unserer Gesellschaft immer
mehr benachteiligt.
Dazu Gertrud Martin, Sprecherin des Arbeitskreises Familienpolitik in der ÖDP: "Elterliche Familienarbeit
wird nicht honoriert. Anstelle eines Erziehungsgehaltes, wie es die ÖDP fordert, bekommen Familien
Elterngeld als Lohnersatz. Nach dieser Logik wird dann auch die von der Regierung beschlossene Streichung
des Elterngeldes für Hartz IV-Empfänger gerechtfertigt." Das zeige die eklatante Nichtbeachtung, die
elterliche Erziehung durch Gesellschaft und Politik erfahre. Das Elterngeld werde als eine Art
"Schadenersatz wegen der Geburt eines Kindes" ausbezahlt, so Gertrud Martin.
Ein weiteres Indiz für die Benachteiligung von Familien sieht die ÖDP-Politikerin darin, dass Familien
überproportional von Armut betroffen sind. "Insbesondere Familien mit mehreren Kindern und
Alleinerziehende leben am gesellschaftlichen Rand," so Gertrud Martin. Kinderlose seien vor allem bei der
Alterssicherung im Vorteil: "Sie erzielen zusätzliche Einkünfte, haben keine Kinderkosten und erhalten
außerdem im Alter von den erwachsen gewordenen Kindern meist höhere Renten als deren Eltern."
Familienpolitikerin Martin verweist auf die ÖDP-Forderung nach der Einführung eines Erziehungsgehaltes für
Eltern: "So wird Wahlfreiheit geschaffen, ob Vater und Mutter ihre Kinder selbst betreuen oder von anderen
betreuen lassen. Das Erziehungsgehalt orientiert sich am durchschnittlichen Arbeitslohn." Gertrud Martin
ist sich sicher, dass sich unser Sozialsystem ändern müsse: "Die Verfälschung des Generationenvertrages,
die für eine Verarmung von Familien verantwortlich ist, muss beendet werden. Sonst entzieht sich die
Gesellschaft ihre eigene Grundlage."