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Die nachfolgenden Texte stammen aus dem Kommunalwahlprogramm 2004. Ein aktuelles Konzept wird bis Frühjahr 2011 erarbeitet.
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Nichtsdestoweniger legen wir eine Lektüre ans Herz.
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Das Segment der städtisch geförderten Kultur ist glücklicherweise nur ein Teilbereich des gesamten Kulturschaffens in Heidelberg. Das kulturelle Leben wird in der Hauptsache getragen von Bürgerinnen und Bürgern, von Familien, Gruppen und Vereinen, von Kirchen und der Universität. Die ödp macht immer eine zukunftsfähige Politik zur Verbesserung unserer Lebensqualität - Kulturpolitik gehört dazu.
Für viele ist Kulturpolitik einfach nur ein teurer Luxus, den sich Städte und Gemeinden kaum noch leisten können. Die Erfahrung zeigt aber: kommunale Kulturpolitik ist vor allem eine Frage der Phantasie. Die Sicherung eines vielfältigen kulturellen Angebots nahe am Wohnort ist eine wichtige Aufgabe wertorientierter moderner Kommunalpolitik. Sie fördert die Lebensqualität und stellt einen "weichen Standortfaktor" in wirtschaftlich-arbeitspolitischer Hinsicht dar. Außerdem ist die Investition in Kultur auch eine sehr gute Anlage im Sektor Bildung. Kultur ist eben nicht einfach Luxus, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wir wissen um den besonderen Kulturstandort Heidelberg und verweisen auch auf den Tourismus, der ohne unsere Veranstaltungen, wie z.B. die Schlossfestspiele deutlich schwächer wäre.
Kulturförderung muß ein gesicherter Platz in den Haushaltsplänen Heidelbergs eingeräumt werden. Angesichts finanzieller Engpässe will die ödp Finanzmittel für Kultur allenfalls proportional zu den anderen Haushaltsmitteln kürzen. Kulturpolitik darf nicht länger das Stiefkind falscher Kommunalpolitik sein. Die ödp macht keine Unterschiede zwischen städtischer Kultur und der freien Kultur. Daher fördern wir mit Haushaltsmitteln die städtischen Kultureinrichtungen, wie das städtische Theater, das unbedingt als 4-Sparten-Theater erhalten bleiben muss. Ferner sind Museen, Stadtarchiv, Stadtbücherei, Volkshochschule und die städtische Musik- und Singschule mit städtischen Mitteln zu unterstützen und auszubauen.
Gerade auch das Deutsch-Amerikanische Institut und der Kulturszenetreff Karlstorbahnhof, die immer wieder oder gerade in Finanzschwierigkeiten geraten sind, sollte aus städtischen Mitteln finanziell geholfen werden. Heidelberg wäre kulturell ärmer ohne diese Einrichtungen.
Die ödp setzt sich uneingeschränkt für den Erhalt des Heidelberger Theaters als 4-Sparten-Theater ein. Uns liegt auch der Bestand anderer kleinerer Theater- und Kultureinrichtungen am Herzen wie der Bestand der eben genannten Einrichtungen. So ist es für uns selbstverständlich, dass wir Institutionen wie das Zimmertheater, das Taeter Theater und den romanischen Keller ebenso mit finanziellen Mitteln fördern. Zu tiefst bedauern wir die Auflösung des Unterwegs-Theaters.
Heidelberg ist eine Stadt mit intensiver Kulturdichte. Sie lebt von vielen verschiedenen kulturellen Aktivitäten städtischer und freier Art. Auch Veranstaltungen im Schwimmbad-Musikclub und im Open-Air-Sommerkino im Neuenheimer Feld sind Kulturhighlights, die Heidelberg kulturell reicher macht. Schließlich ist die kulturelle Betätigung in Vereinen maßgeblich für das Klima in der Stadt. Kulturelle Vereine sind nicht nur Trainingslager und Reservebank für Spitzenkultur. Sie sind Ausdruck eines ausgeprägten kulturellen Interesses. Durch ihren gemeinschaftsstiftenden Charakter ist diese Art der kulturellen Betätigung besonders wertvoll. Eine Vereinslandschaft ist nicht einfach naturgegeben, sondern bedarf der klaren Unterstützung und Anerkennung durch die Stadt.
Für die ödp ist aber auch die Verlagerung von Kulturbereichen in die Stadtteile wichtig. Gerade hier gibt es bisweilen eine arge Kulturarmut. Sehr vieles spielt sich im Innenstadt- bereich ab. Aber auch in den Randbezirken der Stadt wird sehr häufig gute Kleinkunst angeboten, die förderungswürdig ist, z.B. die „Art Hendesse“ in der Tiefburg.
Wir von der ödp stehen dazu. Ökodemokratische Kulturpolitik wird daher immer im Rahmen finanzieller Möglichkeiten alle Sparten und die gesamte Vielfalt kulturellen Lebens fördern.