15.07.2010
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) kritisiert die Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung, die
Lizenzen zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten an die Betreiber zu versteigern.
"Die Bundesregierung sollte für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen und nicht nur dafür, dass möglichst
viel Geld in die Staatskasse gespült wird," sagt Prof. Dr. Klaus Buchner, Atomphysiker und
Bundesvorsitzender der ÖDP. Es sei, so Buchner, unverantwortlich, finanzielle Interessen über die
Gesundheit der Menschen zu stellen.
Buchner führt an, dass schon jetzt viele Atomkraftwerke nicht mehr sicher seien, da im Ausstiegsvertrag
vereinbart wurde, dass die einzelnen AKW nicht mehr auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik
nachgerüstet werden müssen. "Dass die AKW-Betreiber jetzt längere Laufzeiten wollen, ist geradezu
unverschämt. Hier werden Risiken auf die Bürger abgewälzt," empört sich Buchner. Er erinnert daran, dass
z. B. Biblis, das nach dem Atomkonsens als eines der ersten AKW abgeschaltet werden müsste, nicht gegen
Erdbeben geschützt sei, obwohl es im geologisch sehr aktiven Rheingraben steht.
"Auch das AKW Neckarwestheim ist marode. 1997 senkte sich der Kühlturm um 14 cm ab und bis heute werden
neue Hohlräume nachgewiesen," so Buchner.
Zudem, so der ÖDP-Chef, seine die Außenwände der Atomkraftwerke Biblis und Neckarwestheim viel zu dünn.
Statt einer relativ sicheren Außenhülle von 180 cm weisen diese AKW nur Hüllen von 60 cm auf. Die AKW
Brunsbüttel und Isar haben sogar nur Hüllen mit 50 cm. Buchner: "Damit bieten diese Gebäude keinen Schutz
vor Flugzeugabstürzen." Der ÖDP-Politiker fordert die Bundesregierung auf, die Idee der Versteigung zu
verwerfen und den Atomkonsens ernst zu nehmen.